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8.9.2010 : 12:40 : +0200

Über uns

Das Bundesleben

Das gesamte Bundesleben funktioniert, vereinfachend gesagt, nach dem Generationenprinzip - und das seit über hundert Jahren. Jeder Rheno-Markomanne genießt nach seinem Eintritt in unseren Bund als Student alle Vorzüge unserer Verbindung: Wohnen und Leben auf dem Haus, Nutzung aller Einrichtungen (Computer, Fachbibliotheken, Skripte, Musterklausurensammlungen), Teilnahme an Veranstaltungen (z.B. Vortragsabende, weiterbildende Seminare, Bälle, Feiern) und und und...
Nach erfolgreichem Studienabschluss und Berufseinstieg trägt jeder mit seinen finanziellen Beiträgen dazu bei, dass nachfolgende, jüngere Generationen in Darmstadt wieder die gleichen Vorzüge genießen können. Junge und jung gebliebene Ältere bilden so eine feste und verlässliche Gemeinschaft, in der Hilfsbereitschaft und lebenslange Freundschaft an erster Stelle stehen. Der ständige Kontakt zwischen den Generationen macht Geschichte lebendig und offen für Neues.

Das fakultative Prinzip

Wir vertreten das Prinzip des fakultativen Fechtens. Dies bedeutet, dass niemand dazu gezwungen wird, eine Mensur zu schlagen. Wohl muss aber jeder an den Fechtstunden, die dreimal wöchentlich (einmal mit einem professionellen Fechtmeister) stattfinden und in denen alle Hiebe und Abwehrmöglichkeiten gezeigt werden, teilnehmen.

Entscheidet sich ein Bundesbruder dafür, keine Mensur zu schlagen, muss er unter Beweis stellen die Technik soweit erlernt zu haben, dass er in der Lage wäre, dies zu tun. Denn so selbstverständlich die Entscheidung desjenigen voll akzeptiert wird, der keine Mensur schlagen möchte, so muss auch der, der keine Mensur fechten will, Kenntnisse vom Fechten haben, um auch die fechtenden Bundesbrüder besser verstehen zu können.

Fechten und Mensur

Eine Mensur ist das Fechten einer Partie zwischen zwei Verbindungsstudenten nach festen und sehr strengen Regeln. In diesem Zusammenhang wird von Außenstehenden an das Fechten gedacht, wie es im Sportverein betrieben wird oder wie man es aus Mantel- und Degenfilmen kennt. Das ist aber nicht korrekt. Bei der Mensur handelt es sich um eine besondere Art des Fechtens, dem sogenannten "akademischen Fechten".

Wie der Name schon sagt, wird diese Art zu fechten heutzutage nur in den schlagenden, also Mensur pflegenden Stundentenverbindungen betrieben. Im Prinzip wird überall nach ähnlichen Regeln gefochten. Die Paukanten, das sind diejenigen, die miteinander fechten, stehen sich auf ca. einem Meter gegenüber und dürfen nur den Fechtarm bewegen. Der Rest des Körpers muss so ruhig wie möglich bleiben und darf auch nicht ausweichen.

Gefochten wird mit dem "Schläger". Dies ist eine besondere Art von Fechtwaffe, die nur bei der Mensur benutzt wird. Beim studentischen Fechten sind nur Hiebe, sprich kreisrunde Bewegungen mit dem Schläger, erlaubt. Es ist also ein Hiebfechten und kein Stoßfechten. Jedem Paukanten steht ein Sekundant zur Seite, der darauf zu achten hat, dass der Comment (die Regeln) strengstens eingehalten wird. Im Übrigen ist noch eine Vielzahl von anderen Funktionen mit den unterschiedlichsten Aufgaben dabei. Die Mensur dauert eine festgelegte Anzahl von Hieben. Sind diese vorüber, so ist damit auch diese Partie beendet.

In der Öffentlichkeit wird die Mensur oft auch als Duell bezeichnet. Das ist in der Sache nicht zutreffend. Denn ein Duell wird mit tödlichen Waffen ausgetragen. Bei der Mensur geht es darum, für die eigene Korporation einzutreten, die eigene Angst zu überwinden, seinen Willen zu stärken und dadurch als Persönlichkeit zu reifen. Das ist ein sehr wichtiger Unterschied. Der Bundesgerichtshof hat schon in den 50er Jahren in einem Urteil festgestellt, dass es sich bei der Mensur nicht um ein Duell handelt.